George E. Vaillant und die Suche nach dem Glück

Seit mehr als 75 Jahren läuft eine Studie zur Frage nach einem glücklichen Leben. Diese Studie leitete über viele Jahre George  E. Vaillant von der Harvard Universität. Insgesamt besuchte er über Jahrzehnte 268 Männer allesamt Harvard-Absolventen, Jahrgang 1910 aufwärts, die vom Studium bis zum Ruhestand begleitet wurden. Zu den Teilnehmern zählten der spätere Präsident John F. Kennedy und Theodore Kaczynski, der Unabomber, Frauen waren nicht dabei.

Das SZ-Magazin befragte ihn zu den Ergebnissen.

Er sagte dazu u.a.: „Ungefähr 25 Prozent der Teilnehmer haben ein gelungenes Leben geführt. Sie blieben von schweren körperlichen und seelischen Leiden verschont und sie blieben ihr Leben lang optimistisch. Ein Sechstel waren die „Traurig-Kranken“, die mit der Welt und sich haderten. Bei einem Drittel waren Leiden und Zufriedenheit ausgeglichen.“

Auf die Frage nach dem Glück sagte er u.a.:

„Glück hat mehr mit Eleganz als mit Wohlstand zu tun. Eine gewisse Ordnung der Umgebung und der Umstände gehören zum Glück, und dazu Menschen, die einen lieben und die man liebt.“

Das hört sich danach an als ob man sich Glück leisten können muß.

Damit sind wir dann bei der Systemkritik und der Erfahrung, daß die Menschen auch  unter anderen Bedingungen spätestens eine Generation danach wieder ihren Reichtum absichern und das Spiel von reich und arm weitergeht.

Bildung ist wichtig, führt im besten Fall dazu, daß man die Umstände versteht und sich intelligent anpaßt um aufzusteigen. Es kann aber auch passieren, daß man die Machtverhältnisse versteht und die eigene Situation hinterfragt.

So schrieb Thomas Wintgen im remscheider general anzeiger eine richtig interessante Serie über die 68er. Er lenkte den Blick auf das, was die dortigen Personen aus Wirtschaft und Gesellschaft ihm erzählen und das gelingt ihm wunderbar.

Wenn man von heute (2018) auf damals zurückblickt, dann kann man auch sehen, wie wenig sich an den Strukturen geändert hat. Geld regiert die Welt.

Wer erfolgreich heute zurückblickt, war damals schon privilegiert und wer bis heute kämpft, mußte damals schon kämpfen.

Der Aufstieg des kleinen Mannes ist fast immer nur das Beamtentum.

Sehr lehrreich und jenseits der Illusionen.

Aber wenn die Revolution, die alles verbessert, ausbleibt, was kann man/frau dann tun?

Du wirst auf die selbst zurückgeworfen.

So kommen wir zum Thema Unglück.

Dazu sagt Vaillant: „Unglück gab es in vielen unterschiedlichen Varianten. Diejenigen, die zu trinken begannen, an einer Depression oder an schlimmeren Psychosen erkrankten, waren die Unglücklichsten. Aber es gab daneben drei Rezepte für garantiertes Unglück: den Tod eines Kindes, den Tod eines Ehepartners und die Wahl des falschen Ehepartners.“

Wie geht man mit Schicksalsschlägen denn nun um?

Dazu sagt Vaillant: „Stoizismus, Altruismus, Humor, partielle Verdrängung, gepaart mit Realitätssinn und der Fähigkeit, aus der Erfahrung für die Zukunft zu lernen…“

Damit ist er nicht allein.

Ähnlich äußerte sich auch Albert Einstein:

„Wenn du dich selbst zerstörst, wird dir der Kosmos keine Träne nachweinen“, sagte er.

Selbstliebe und Selbstvertrauen sind also mit im Spiel.

Vielleicht sollte man sich auch an das erinnern, was Schopenhauer von Voltaire zitierte: „Wir werden die Welt ebenso dumm und schlecht verlassen, wie wir sie angetroffen haben, als wir ankamen.“

Davon abgesehen wäre zu fragen ob die Ergebnisse so auf andere Kulturkreise übertragbar wären. Das Thema Familie und das Thema Reichtum sicherlich und auch die Frage der Revolution und des sozialen Aufstiegs.

Gabriel Laub hat einmal gesagt, daß Sklaven nicht unbedingt die Sklaverei abschaffen wollen sondern eher Aufseher der Sklaven werden wollen.

Darüber sollte man lange nachdenken, weil dann vieles verstehbar wird – auch vor Ort und überhaupt.

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