Schulsozialarbeit steht wieder einmal vor dem Aus

Pressemitteilung Die Linke, Remscheid:

Antrag Brigitte Neff-Wetzel Einbringung Antrag Schulsozialarbeit 15/0330

Schulsozialarbeit steht wieder einmal vor dem Aus:
Nur noch bis zum Ende dieses Jahres kann sie aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets finanziert werden. Dann läuft sie Gefahr sang- und Klanglos eingestampft zu werden.
Aber:
Schulsozialarbeit ist sinnvoll und notwendig, sie unterstützt Kinder, Eltern und Lehrer, hilft Schülern frühzeitig in Krisen und trägt zum Bildungserfolg vieler Remscheider Schülerinnen und Schüler bei.
All dies ist unstrittig!!
Deshalb wollen wir, dass Sie – die Mitglieder des Rates – unsere Forderung an die Landesregierung unterstützen, die Schulsozialarbeit im Schulgesetz zu verankern und dauerhaft an allen Schulen und Schulformen einzurichten.
Für uns scheint eine dauerhafte Lösung für die Finanzierung der Schulsozialarbeit durchaus in Sicht, da die Bundesregierung beschlossen hat, die BAFÖG Finanzierung zukünftig vollständig zu übernehmen. Wenn von den zur Verfügung stehenden 280 Millionen Euro 100 Millionen für Schulsozialarbeit genommen würden, ständen Remscheid nach dem üblichen Verteilungsschlüssel etwa 700. 000 € zur Verfügung. Dies entspricht ziemlich genau der Summe, die für Schulsozialarbeit benötigt würde.
Nun mussten wir zwar in der Zeitung lesen, dass die Gelder bereits anderweitig verplant wären. Deshalb fordern wir besonders die drei Landtagsabgeordneten auf, entsprechende Initiativen im Landtag zu starten, damit die Finanzierung der Schulsozialarbeit gesichert und eine endgültige Lösung gefunden werden kann.
Bis dahin allerdings soll die Schulsozialarbeit aus kommunalen Mitteln weiter finanziert werden.
Als Begründung dient der alte – aber dennoch immer noch – gültige Pädagogensatz:
Erziehung gelingt nur über Beziehung.
Beziehung aber baut sich nur auf, wenn eines gewährleistet ist: KONTINUITÄT.
Auch Schulsozialarbeiter können nur dann erfolgreich arbeiten, wenn sie langfristig, kontinuierlich, dauerhaft als Ansprechpartner vor Ort sind.
Ein Ende der Schulsozialarbeit – oder auch nur eine Unterbrechung auf unbestimmte Zeit- kann fatale Folgen haben; besonders für Kinder in schwierigen Lebensumständen.
Die finanziellen Aufwendungen, die anfallen, wenn Probleme nicht frühzeitig angegangen werden, wenn Probleme eskalieren, wenn Interventionen der Jugendhilfe notwendig sind – die dann anfallenden Kosten also –
können weitaus höher ausfallen.
Mit der Weiterführung der Schulsozialarbeit haben wir die Chance, das zu tun, was von Praktikern und Wissenschaftlern gleichermaßen immer wieder gefordert wird:
Wir investieren in Prävention und nicht in Reparatur.