Religion vor Recht oder die Kraft eines Fotos? Ein Versuch einen Artikel im RGA zu verstehen

Am 23.01.2017 gibt es im Remscheider General Anzeiger einen Artikel mit einem Foto, das Symbolkraft hat.

Unter der Überschrift „Radikalisierung beginnt bereits im Internet“ wird über eine Veranstaltung geschrieben, bei der 120 Besucher im Türkischen Kulturverein waren. Die Referentin will im Artikel namentlich nicht genannt werden „aus Angst um ihre Sicherheit.“

Die Referentin betonte, daß Islam und Salafismus nicht dasselbe seien. Und der Oberbürgermeister Mast-Weisz erklärte „daß der Islam zu Remscheid gehört wie das Christen- und Judentum.“

Nun kommen wir zu den Feinheiten dieses Artikels.

Wir sehen ein Foto. Im Vordergrund sitzen zwei Polizistinnen, dahinter und daneben viele andere Frauen. Die Bildunterschrift lautet: „Blick auf die „Frauen-Hälfte“ beim Referat über das Landes-Präventionsrogramm in den Räumen des Türkischen Kulturvereins – mit dabei Beamtinnen zum Thema muslimische Kommunikation“

Was bedeutet das?

Wenn ich das richtig verstehe, dann mußten in dieser Veranstaltung die Frauen getrennt von den Männern sitzen.

Selbst wenn man nicht an die USA in ihren dunkelsten Zeiten denkt, dann kann einem doch mulmig werden. Polizistinnen, die uns schützen sollen, werden hier Teil einer Sitzordnung, die von Männern dominiert wird aufgrund religiöser Vorgaben?

Und der Oberbürgermeister von Remscheid referiert vor dieser Sitzordnung und bestätigt in meinen Augen so indirekt, daß dieses Verhalten ok ist?

Das Grundgesetz sieht die Geschlechtertrennung in öffentlichen Veranstaltungen nicht vor. Oder habe ich da was verpasst?

Und das Foto in dem RGA-Artikel hat doch eine verheerende Symbolkraft: Polizistinnen, die das deutsche Recht symbolisieren, ordnen sich auf der Frauenhälfte aufgrund religiöser Vorgaben ein?

Dieser Artikel ist eine Meinungsäußerung mit der ich versuche, den Artikel im RGA zu verstehen und zu deuten.

Und dieses Foto zeigt meiner Meinung nach eine Wirklichkeit in Deutschland, die von den Repräsentanten dieser Stadt offenbar auch noch unkritisch akzeptiert wird, die bisher jenseits meiner Vorstellungskraft war.

So lernt man dazu und wieder einmal hat sich gezeigt, wie stark die Kraft eines Fotos sein kann, um neue soziale Wirklichkeit auf einen Blick zu zeigen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.