Randzone Remscheid – leben zwischen Rheinland und Ruhrgebiet

Selbst im vrr gilt Remscheid als Zonenrandgebiet. Zonenrandgebiet nannte man früher die Regionen an der Grenze zur DDR. Diese wurden besonders gefördert. Heute ist es anders. Fahrten nach Remscheid und von Remscheid aus mit dem ÖPNV sind besonders teuer statt besonders preisgünstig.

Und so ist diese ganze Stadt dort wo ihre Gesichtszüge liegen, zunehmend richtig häßlich. Öde und leer glotzt die untere Alleestraße den Fußgänger an. Rastplätze für die Menschen sucht man im Stadtbild so gut wie vergeblich.

Das neue Kino, das entsteht, steht symbolisch dafür, daß man die Wirklichkeit vor Ort nicht mehr sehen will sondern lieber in die Kinowelt flüchtet. Aber das Kino kann nicht dafür. Es ist eher eine Lösung.

Selbst historisch ist Remscheid vergessen worden. Und man hat den Eindruck als ob die Eingeborenen auch lieber nichts mehr von ihrer Geschichte wissen wollen. Stolz auf Remscheid ist man dann, wenn man ahistorisch vorgeht.

So wächst manches auf einem Holz.

Remscheid als Ruhezone und Ruhestätte wird dagegen zunehmend ausgebaut.

Die Straßen werden immer schlechter, so daß immer mehr 30er Zonen eingeführt werden statt sie zu reparieren.

Als Einzugsgebiet wegen nicht mehr bezahlbaren Wohnraum im Rheinland und als Wohnstadt für Studenten in Wuppertal nimmt Remscheid zu. Hier wollen die Menschen ruhen, die woanders arbeiten. Das ist schön, wenn dann auch die regionale Anbindung stimmt.

Aber weil Remscheid Randzone ist, wird es beim Fahren mit Bus und Bahn besonders teuer statt besonders kooperativ.

In der Randzone Remscheid gibt es zudem besonders viel Armut und besonders wenig schönen Aufenthalt.

Die vorherige Oberbürgermeisterin ist aus Remscheid weggezogen nach Solingen und der aktuelle Oberbürgermeister ist gar nicht erst nach Remscheid hingezogen sondern in Wuppertal geblieben.

So repräsentiert sich Remscheid auch an seiner Stadtspitze selbst und Remscheid bleibt was es war – der Rand selbst im Bergischen Land.