Müllregion Metropole Rheinland

Die wirklichen Probleme werden ausgeblendet.

Heute gab es einen Bericht im deutschlandfunk, daß Leverkusen im Grunde durch Bayer völlig verseucht wurde, wenn ich das richtig verstehe. Man hat das ganze Gift großflächig verbuddelt, angeblich so, daß es nicht ins Grundwasser läuft (!) und oben eine Schutzschicht drüber.

Das hält natürlich nicht auf Dauer und weil eine Autobahnbrücke jetzt marode ist, muß die versiegelte Fläche geöffnet werden, um da rein neue Autobahnpfeiler zu setzen.

So nimmt die Verseuchung ihren Lauf und immer mehr Menschen in Leverkusen und um Leverkusen herum sterben an Leukämie und anderen Feinheiten wie in der Reportage zu hören war.

Es ist der Fluch der Industriegesellschaft, der hier sichtbar wird und wie wir lesen können, auch bundesweit.

Das ist der Preis, den wir bezahlen.

Wenn wir von Leverkusen nach Remscheid fahren, geht es ebenso weiter.

Als ich damals (2014) dieses Foto publizierte, dachte ich eigentlich, dafür erhalte ich einen Umweltpreis für Bewußtseinsförderung im Fotowettbewerb. Stattdessen wurde dies ignoriert:

 

Sie sehen hier von einer Obstwiese in Solingen einen Blick auf die Mülldeponie in Remscheid. Die Seestadt auf dem Berge ist ein Müllberg. Ein Drittel des Berges besteht aus Müll und darauf leben wir.

Das Foto ist so heute nicht mehr möglich, weil sozusagen Gras über die Sache gewachsen ist und die Obstwiese Bauland wurde.

Ich denke wir machen uns auch keine Gedanken, warum wir gezwungen werden, Plastikflaschen zu kaufen und diese wie selbstverständlich dann nach einmaligem Gebrauch entsorgen in den Pfandautomaten.

Parabene im Wasser, unglaubliche Vergeudung von Ressourcen und vieles mehr. Es würde doch reichen, wenn wir mit dem Auto Kästen mit Wasser in Glasflaschen kaufen könnten, die bezeichnenderweise fast nirgendwo mehr im Angebot sind. So bliebe das Auto, aber der Müll drumherum wäre weniger.

Doch das Gegenteil ist der gelebte Fall.

Wir leben mittlerweile genau so im Müll wie in den Entwicklungsländern. Bei uns wächst nur Gras über dem Müll und wir haben die Entsorgung – als das Vergessen, uns um unsere Umwelt zu sorgen –  industrialisiert und bezahlen dafür, daß wir keinen Müll vermeiden sondern es vermeiden Müll zu vermeiden.

Das ist systemisch und in meiner Lebenszeit nicht zu lösen. Aber es ist der Weg, der friedlich in die Katastrophe führt, die langsam kommt und nicht mit einem Knall.

Als 1972 der Club of Rome seine Bücher publizierte und ich Seminare dazu gab, interessierte es fast niemand.

Heute ist es für mich erstaunlich, wie wenig es immer noch interessiert.

Viele Schüler gehen heute am Freitag für ein besseres Klima auf die Strasse und leben auch hier weiter auf den Müllbergen.

Nun kann man nicht einfach ausreisen in eine neue Welt. Aber man könnte zumindest das Treiben stoppen.

Wäre der Zusammenbruch der Systeme dann unvermeidlich, weil die Herrschenden naütrlich ihren Reichtum und ihre Macht nicht abgeben wollen?

So ist die Welt?

Und deshalb leben wir weiter auf Müllbergen und lassen darüber Gras wachsen, damit darauf dann Kühe grasen können, die uns frische Milch liefern…

Hier ist eigentlich die Stelle, wo ich noch über den Verkehr rund um Leverkusen schreiben müßte und den Wahnsinn, wegen verschiedener Verkehrsverbünde und Kleinstaaterei kein Wupperticket für alle zuzulassen, damit mehr ÖPNV und weniger Feinstaub und anderes Gift möglich sind. Aber selbst dafür wird es keine Mehrheiten geben, weil viele davon leben.

Das Buch über die ökologieorientierte Volkswirtschaftslehre von Hobbensiefken und andere Titel aus der damaligen Zeit waren nie relevant und das Buch von Zinn über die Selbstzerstörung der Wachstumsgesellschaft war nie wichtig.

Wahrheit ist fast nie wichtig, weil nur Macht zählt. Geld führt und wenn man dafür die ganze Welt zum Müllberg macht.

Das Sein bestimm das Bewußtsein bedeutet, wenn du auf einem Müllberg aufgewachsen bist, ist die Welt natürlich ein Müllberg.

Dir eine Welt mit weniger Müllberg vorzustellen ist dann schon eine intellektuelle Leistung, die nur weniger als 5% schaffen…

 

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