Gewerkschaften und Gesellschaft – ab dem 1. Mai die Realitäten anerkennen

„Für die Gewerkschaften ist der 1 Mai nicht mehr der traditionelle Kampftag sondern ein Familientag“, tönt es heute aus dem Radio.

Ja es ist vorbei und alles anders.

So sieht die Webseite des DGB für den 1. Mai 2019 aus (Teilausschnitt):

Sie machen eine Kampagne für Rente, die zum Leben reichen muß und Hauptredner ist ein SPD-Mann, der Landesvorsitzende von NRW. Und mit auf der Kundgebung sind die Schüler von #fridaysforfuture, die Freitagsdemos während der Schulzeit machen, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Das haben ja führende SPD-Politiker schon aufgegriffen bis hin zum ehemaligen Minister Gabriel, die nun eine zusätzliche Steuer fordern von uns kleinen Leuten, statt erst mal die großen Internetkonzerne abzukassieren und Spekulationsgewinne zu versteuern.

Wir schreiben das Jahr 2019. Hier ist eine Grafik mit einigen Artikelanrissen aus dem Archiv des RGA:

Ich will nicht vergessen, daß es mit Hans Wiertz und anderen an der Spitze hier auch mal in der Freizeit Montagsdemos gegen die Agenda2010 und Hartz 4 gab, die von derselben SPD und den Grünen unter dem Jubel der CDU und FDP beschlossen wurde.

Die Montagsdemos gegen die Verarmung der Fleissigen wurden von der SPD mißachtet, die bis heute im Prinzip für die Verarmung der Anständigen und kleinen Leute ist, sonst wäre ihr Veränderungswille größer.

Die Gewerkschaften haben im entscheidenden Moment geschwiegen und sind übergelaufen. Ein Beispiel ist Walter Riester und die Riesterrente. Der wäre besser Fliesenlegermeister geblieben, da hätte er nicht so viel Unheil anrichten können. Aber Gerhard Schröder hat das ja gepaßt.

Die SPD hat den kleinen Leute die Rente zerstört, die Gewerkschaften haben ihre Position als gesellschaftliche Kampforganisation aufgegeben und wurden eine Fachorganisation für Abeitsbedingungen ohne gesellschaftliche Vision und heute feiern sie in Remscheid gemeinsam mit der SPD den 1. Mai als Familientag und reden davon, daß sie auch eine Kampagne machen, damit im Alter die Rente zum Leben reicht.

Bis zur Agenda2010 und Hartz4 reichte die Rente bei Arbeitnehmern im Alter. Das haben SPD und Grüne zerstört.

Und aktuell wächst die Altersarmut unter ehemaligen Arbeitnehmern ja wie eine Seuche, weil dieselbe SPD und die Grünen und natürlich CDU, CSU und FDP dies alles immer noch nicht geändert haben und sogar bei Nullzinsen und Billigjobs von privater Vorsorge sprechen, so als ob man einem Landwirt in der Trockenheit sagt, er soll endlich mal die Felder bewässern ohne ihm Wasser zu geben.

Nun muß man zur Ehrenrettung der Gewerkschaften sagen, daß sie aufgezeigt haben, wie gut das Rentensystem in Österreich ist und dabei auch nachhaltig finanziert ohne Riesterrente.

Das wäre der richtige Weg. Aber aktuell ist es anders.

Am Schlimmsten sind die dran, die auch noch auf die damalige Regierung gehört haben und eine private Alterssicherung aufgebaut haben. Die werden dreifach abgezockt, indem auf ihre private Vorsorge doppelte Sozialversicherungsbeiträge fällig werden, sie erst später in Rente können und das alles auch noch versteuert werden muß zu ungünstigen Möglichkeiten.

Daran rüttelt die SPD, die heute auch in Remscheid große Reden schwingt, natürlich nicht. Für sich selbst die besten Karrieren und für die Bevölkerung, die fleissig ist, die Reste oder besser, denen geben wir den Rest.

Man kann damit nur ohne Leiden leben, wenn man den Glauben an die Menschen durch den Blick auf die Gier der Menschen ersetzt und einen realistischen Blick auf die Herrschaftsverhältnisse entwickelt bei Regierenden, Herrschenden und Lebenden.

Zuguterletzt noch:

Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf.

1 comment for “Gewerkschaften und Gesellschaft – ab dem 1. Mai die Realitäten anerkennen

  1. Björn
    Mai 2, 2019 at 5:31 am

    Ich bin gespannt wie die Wahlen sein werden. Die SPD ist wegen Hartz 4 ja schon fast halbiert.

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