ewr – Heimatliebe zum Trinken wird teurer – wie Werbung wirkt

Da gibt es seit einiger Zeit eine neue Kampagne der ewr – energie und wasser für remscheid. Ich wunderte mich schon wieso auf einmal das Leitungswasser so aufgewertet wurde mit einem eigenen heimatbetonten Wort „Remscheider*“.

Der Remscheider trinkt also Remscheider. Das ist werbemäßig gut.

Doch weil Werbung teuer ist und zielgerichtet eingesetzt wird, kam wahrscheinlich die Preiserhöhung auf dem Fuße.

Nun wissen wir, daß wir im Schnitt pro Haus im Monat 5 Euro mehr zahlen müssen. Das sind also 60 Euro pro Jahr, wenn das mal stimmt und daraus nicht plötzlich hundert Euro werden.

Alle Kosten die bei der ewr entstehen, also alle Ausgaben für die Geschäftsbereiche der ewr, Gehaltssteigerungen, Aufsichtsratsvergütungen, Werbekampagnen und vieles mehr, werden doch an die Kunden weitergegen?

Es ist der Griff ins Portemonaie der Kunden, wenn man ein Monopol hat. Dieses Monopol wird von den Remscheider Politikern kontrolliert und offenkundig haben diese die Preiserhöhung beschlossen.

Die Werbung verpackt dies nun als Beitrag zum Erhalt des Remscheider*?

Man muß schon genau lesen, um dies zu durchschauen.

Das haben sich sicherlich kluge Köpfe ausgedacht.

Besonders bemerkenswert dabei ist nun die neue Broschüre mit dem Titel energie & leben, die im Briefkasten kurz nach dem Brief mit der Preiserhöhung lag. Da steht drin „Auflage: 62.000 Verteilung: kostenlos an alle Haushalte im Remscheider Stadtgebiet durch Remscheider Medienhaus GmbH & Co. KG, Erscheinungsweise: vierteljährlich: Druck msk marketingservice köln“

Ah ja.

Nun kommt es.

„Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass unser Trinkwasser einem teuren Mineralwasser nicht nachsteht“, schreibt in dem Journal Christian Edelmann, Leiter Marketing, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei der ewr.

Und auf Seite 7 findet sich dann der Satz, der alles schlägt: „Das Remscheider Trinwasser wurde leider nicht mitgetestet. Wir haben daher selbst unsere Messergebnisse mit denen der getesteten 28 Städte verglichen.“

Die Stiftung Warentest hat also überhaupt nicht das Remscheider Trinkwasser getestet. Stattdessen hat man außerhalb des Testverfahrens einfach gesagt wir vergleichen unser Wasser damit ohne Kontrolle durch die Stiftung Warentest.

So geht Werbung und Satire und die Begründung für eine Preiserhöhung.