Bis zu 1000 Arbeitslose gehen und kommen pro Monat in Remscheid

Wie die Arbeitsagentur auf einer Pressekonferenz mitteilte, ist der Arbeitsmarkt in Remscheid in Bewegung: „Der Arbeitsmarkt ist ein dynamischer Markt – es gibt viel Bewegung. So meldeten sich in Remscheid im Mai insgesamt 822 Personen bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter neu oder erneut arbeitslos. Das waren elf Arbeitslosmeldungen mehr als im April, aber 73 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 917 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, 40 weniger als im Vormonat, aber 112 mehr als im Mai 2013.“

Diese Angaben zeigen, was in Remscheid los ist. Würde man dies auf ein Jahr hochrechnen, würden grob pro Jahr 12.000 Menschen sich neu arbeitslos melden und 12.000 aus der Statistik verschwinden (nicht unbedingt in neue Jobs).

Wenn sich 12.000 Menschen in Remscheid in einem Jahr arbeitslos melden, dann haben sich in fünf Jahren 60.000 Menschen in Remscheid arbeitslos gemeldet. Das sind dann rechnerisch fast alle Erwerbsfähigen in Remscheid.

Wer neu irgendwo anfängt ist immer der erste, der gehen muß und hat fast immer den Einstiegslohn.

Da beginnt die Armutsspirale, die durch die neuen Gesetze entstanden ist. Damit verlieren immer mehr Menschen in Remscheid ihren sozialen Status.

Die Dynamik am Arbeitsmarkt in der heutigen Form führt eben nicht zu dauerhafter Beschäftigung für viele. Nach Angabe der BM weist Herr Klebe extra darauf hin, daß „wir es hier nicht mit einem boomenden Arbeitsmarkt zu tun haben.“

Aber es kommt noch etwas hinzu: „In Remscheid bezogen im Dezember 2013 1.448 erwerbsfähige Leistungsberechtigte über 50 Jahre – das sind 75,8 Prozent – bereits zwei Jahre oder länger Hartz IV.“

Die Zahlen der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege zeigen, daß arbeitslose Menschen über 50 zu 75 Prozent in Remscheid ohne Job bleiben.

Wenn man dies nun zusammen mit der Dynamik am Arbeitsmarkt betrachtet wird deutlich, daß die nächsten Jahre massive Probleme mit sich bringen werden, soziale und politische Verwerfungen extremen Ausmasses.

Die Lösung könnte nur darin bestehen, entweder die Regelsätze zu erhöhen, so daß zumindest die realen Kosten abgedeckt werden oder Sozialtarife für Strom, Gas und Wasser anzubieten, um so zu helfen und natürlich echte Arbeitsverhältnisse zu schaffen.

Alle die, die ich hier beschrieben habe, können keine Rente mit 63 erhalten, sollen aber bis 67 arbeiten. Es gibt aber diese Arbeit nicht.

Man kann nun darauf warten, daß neue politische Parteien entstehen, die das Thema anpacken und die zunehmende Massenverarmung ohne echte Arbeitschancen mit Versprechungen im Programm schon 2017 in den Wahlkampf fliessen lassen oder man tut etwas.

Man könnte z.B. dafür sorgen, daß 33 Prozent in einem Betrieb über 50 Jahre sein müssen und daß Umschulungen als bezahlte Zeit für Menschen über 50 kein Problem mehr sind.

Man könnte zusätzlich auch ein Antidiskriminierungsgesetz schaffen gegen Altersdiskriminierung wie in den USA.

Oder man läßt alles so laufen, dann ergibt sich auch was.