Als Remscheid den sozialen Bankrott erklärte

Am 10.12.2015 war es soweit. Als ich die Zeilen in der Bergischen Morgenpost las traute ich erst meinen Augen nicht. Konnte das denn wahr sein?

Da stand doch wahrhaftig:

„Es ist nur wenige Wochen her, da hat die Tafel verkündet: Nichts geht mehr. Die Zahl der Bedürftigen, die auf die Lebensmittel der Tafel als Zubrot angewiesen sind, steige täglich in einem Ausmaß, das die Tafel nicht länger bedienen könne, sagte ihr Vorsitzender Oliver Witte. „Wir brauchen eine neue Strategie, um niemanden abweisen zu müssen.“ Im Gespräch mit Sozialdezernent Thomas Neuhaus und inspiriert von der Idee eines Remscheiders entstand der Plan, jeden zweiten Mittwoch mit einem Stand auf dem Wochenmarkt (Alleestraße) vertreten zu sein, um Lebensmittelspenden entgegen zu nehmen.“

Man mache sich das mal deutlich.

Zunächst wird von der Politik ein Sozialsystem grundgesetzwidrig eingeführt, das die ehrlichen Menschen nach Arbeitsplatzverlust politisch gewollt verarmen läßt.

Dann werden sog. Tafeln eingeführt, die dazu dienen sollen, den so Verarmten Essen zu geben und sie würdelos zu machen oder sie ihren Zustand besonders spüren zu lassen.

Und nun stellt sich der hochbezahlte Sozialdezernent der Stadt Remscheid als Repräsentant des politischen Remscheids und der herrschenden politischen Mehrheit zusammen mit anderen auf den Wochenmarkt, um von anderen Mitbürgern Essen einzusammeln?

Das ist ja an Doppelzüngigkeit kaum zu überbieten.

Statt sich dafür einzusetzen, daß Hartz 4 endlich abgeschafft wird oder zumindest so erhöht wird (davon steht nichts im Artikel?!), daß man davon ohne Tafel in Würde leben kann, wird genau das Gegenteil getan.

Bemerkenswerterweise ist dieses rot-grüne Gemeinschaftsprojekt das Asozialste, was es in Deutschland jemals an Sozialpolitik in der Bundesrepublik gegeben hat.

Das ist schon ein paar Zeilen wert.

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