AFD ist die Hoffnung der Armen und von Armut Bedrohten – Der Paritätische analysiert Deutschland

Der Paritätische hat ein aktuelles Gutachten über Ungleichheit vorgelegt.

Dort heißt es in einer nüchternen Analyse:

“ Eine zunehmende soziale Spaltung gefährdet das „soziale Band“ der Gesellschaft, das bei zu nehmenden Fliehkräften immer mehr strapaziert wird und zu zerfasern oder zu zerreißen droht. So sieht der Soziologe Wolfgang Streeck in der wachsenden Ungleichheit zusammen mit sinkendem Wachstum und steigenden Schulden „die drei apokalyptischen Reiter“ des Kapitalismus, welcher selbst „die Gesellschaft angreift, die er eigentlich braucht“. Die Wahlerfolge der rechtspopulistischen AfD bei den Landtagswahlen im Frühjahr 2016 können als Ausdruck schwindender sozialer Kohäsion, eben als Kohäsionskrise, verstanden werden.“

Die Aktualität dieses Zitats offenbart sich mit Blick auf die neue Ungleichheitsdebatte in Deutschland, die 2015 begonnen hat und seitdem andauert. Ausgelöst durch die Veröffentlichung des Berichts zur regionalen Armutsentwicklung, den der Paritätische im Frühjahr 2015 unter dem Titel „Die tief zerklüftete Republik“ veröffentlicht hat, ist in Deutschland eine Kontroverse entstanden, die nicht nur hinterfragt, was Armut ist und wie viel Armut es in Deutschland gibt, sondern da rüber hinaus auch, ob es überhaupt Armut und Ungleichheit gibt, die mit den Mitteln der Sozialpolitik bekämpft werden kann und muss. Die Rede war dabei von „Armutslobbyisten, die nur noch nerven“, von Übertreibung und Verzerrung – obwohl die Fakten gänzlich unbestritten waren und blieben. Und während Teile der politischen Öffentlichkeit versuchten, Armut in einem kollektiven Akt der Autosuggestion als nicht existent zu erachten, unternahmen es andere, den Handlungsbedarf auf ein Minimum zu beschränken, indem sie Armut insgesamt neu definierten.
Ausgehend von einer Übereinkunft der Europäischen Union bestand auch in Deutschland lange Zeit ein breiter Konsens, Armut nicht absolut, am  physischen Existenzminimum eines Menschen, zu messen, sondern relativ zum Wohlstandsniveau der Gesellschaft zu bestimmen.
Nach dem absoluten Armutsbegriff ist der arm, der über ein Einkommen von weniger als einem US-Dollar am Tag verfügt oder zur Sicherung seiner physischen Existenz nur ungefähr 1.200 Kalorien täglich zu sich nehmen kann. Diese Definition taugt jedoch nicht, um Armut in entwickelten Wohlstandsgesellschaften zu bestimmen. Das gilt insbesondere, wenn man nicht nur auf das bloße Überleben abstellt, sondern die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben mit einbezieht.“

Der Anteil der von Armut und sozialer Ausgrenzung Betroffenen liegt bei über 20 Prozent und wächst. Hinzu kommt daß der Hartz4 Regelsatz 25% zu niedrig ist – politisch bewußt gewollt und trotz höchstrichterlicher Urteile beibehalten.

Es ist ein richtig guter Bericht, der viele Informationen enthält und vieles zeigt, was sonst verborgen bleiben würde.

Lesen Sie es!

Das Gutachten in der Web-Version ist hier zu finden.